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Wie das Gehirn giftige Proteine entfernt, die zu einem kognitivem Abbau führen können

Bahnbrechende Studie bestätigt Glymphatisches System beim Menschen
Eine neue Studie von Forschern der Oregon Health & Science University liefert den ersten direkten Beweis für die Existenz eines glymphatischen Systems beim Menschen. Diese bahnbrechende Entdeckung könnte weitreichende Auswirkungen auf unser Verständnis und die Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen haben.
Was ist das Glymphatische System?
Das glymphatische System wurde erstmals bei Nagetieren beschrieben und stellt ein Netzwerk von perivaskulären Räumen (PVS) dar, das den organisierten Transport von Cerebrospinalflüssigkeit (CSF) zwischen dem Subarachnoidalraum und dem Hirnparenchym ermöglicht. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Beseitigung von Abfallprodukten aus dem zentralen Nervensystem.
Schlüsselergebnisse der Studie
Die Forscher verwendeten eine innovative Methode mit intrathecalem Kontrastmittel und MRT-Bildgebung, um den Fluss der CSF durch die PVS zu visualisieren.
Ihre Haupterkenntnisse umfassen:
1. Die dynamische Visualisierung der PVS beim Menschen ist mit intrathecalem Gadolinium-basiertem Kontrastmittel möglich.
2. Die kontrastmittelverstärkte CSF fließt vom Subarachnoidalraum entlang der PVS zentripetal ins Hirnparenchym.
3. Die PVS sind aktiv am CSF-Einstrom beteiligt und keine statischen flüssigkeitsgefüllten Strukturen.
Bedeutung für die Neurologie
Diese Ergebnisse unterstützen die Existenz eines PVS-Netzwerks beim Menschen, das ähnlich wie das glymphatische System bei Nagetieren funktioniert. Dr. Juan Piantino, leitender Autor der Studie, erklärt: „Diese Entdeckung könnte unser Verständnis von Erkrankungen wie Alzheimer, bei denen die Beseitigung von Abfallprodukten aus dem Gehirn beeinträchtigt ist, revolutionieren.“
Methodik und Herausforderungen
Die Studie umfasste fünf neurochirurgische Patienten, denen intrathecal Gadolinium-basiertes Kontrastmittel verabreicht wurde. Anschließend wurden zwei verzögerte kontrastverstärkte MRT-Untersuchungen durchgeführt.
Die Forscher stießen auf mehrere Herausforderungen, darunter:
– Variable Kontrastmittelzirkulation aufgrund kürzlich erfolgter Operationen
– Begrenzte Anzahl von MRT-Scans pro Patient aus klinischen Gründen
– Manuelle Erkennung der MRT-sichtbaren PVS
Ausblick und zukünftige Forschung
Diese Proof-of-Principle-Studie eröffnet neue Möglichkeiten für die Erforschung des glymphatischen Systems beim Menschen.Zukünftige Studien könnten sich auf die Entwicklung automatisierter Algorithmen zur PVS-Erkennung und die Untersuchung der physiologischen Bedeutung von PVS-Größe und -Morphologie konzentrieren.
Dr. Piantino fügt hinzu: „Unser nächster Schritt wird sein, zu untersuchen, wie dieses System bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen funktioniert und ob wir es therapeutisch beeinflussen können.“
Diese bahnbrechende Forschung markiert einen wichtigen Meilenstein in unserem Verständnis der Gehirnphysiologie und könnte den Weg für neue Behandlungsansätze bei neurodegenerativen Erkrankungen ebnen.
Quelle
Author contributions: J.H.B., M.G., and J.J.L. designed
research; E.A.Y., J.H.B., O.R.S., and A.D. performed
research; E.A.Y. and J.P. analyzed data; M.G. subject
recruitment; O.R.S. and A.D. subject recruitment;
provided critical review of the manuscript; J.J.L. provided
critical review of the manuscript; and E.A.Y. and J.P.